Adresse ändern beim Umzug

Wer braucht beim Umzug eigentlich alles deine neue Adresse? Hier die sortierte Übersicht auf einen Blick. Pflichttermine zuerst.

Die 14-Tage-Frist beim Einwohnermeldeamt

Die Ummeldung beim Einwohnermeldeamt (oder Anmeldung beim Wechsel der Stadt) ist gesetzlich vorgeschrieben. Frist: 14 Tage nach dem Einzug.

Was du zum Termin mitbringen musst:

  • Personalausweis oder Reisepass aller umziehenden Personen
  • Wohnungsgeberbestätigung vom Vermieter
  • ggf. Heirats- und Geburtsurkunden

Am besten machst du den Termin online. Dort wird meistens auch erklärt, was genau du mitbringen musst.

Welche Behörden noch Bescheid wissen wollen

Manche Stellen werden vom Einwohnermeldeamt automatisch informiert, andere musst du selbst kontaktieren:

  • Kfz-Zulassungsstelle (Altes Kennzeichen darfst du seit 2015 behalten.)
  • Familienkasse (Kindergeld)
  • BAföG-Amt, Wohngeldstelle, Jobcenter, Elterngeldstelle
  • Hundesteuer
  • Rundfunkbeitrag

Finanzamt

Die Adressänderung beim Finanzamt läuft über deine nächste Steuererklärung. Bei Wechsel des zuständigen Finanzamts ändert sich eventuell auch die Steuernummer.

Banken, Versicherungen und Arbeitgeber

  • Bank und Sparkasse
  • Krankenkasse
  • Kfz-Versicherung
  • Hausrat- und Haftpflichtversicherung
  • Lebens-, Renten-, Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Arbeitgeber

Strom, Internet, Streaming

Tipp: Geh die letzten drei Monate deiner Kontoauszüge durch. Was du regelmäßig zahlst, hat fast immer auch deine Adresse.

  • Strom-, Gasanbieter
  • Internet- und Telefonanbieter
  • Mobilfunk-Provider
  • Streaming-Dienste (Netflix, Spotify, Amazon Prime)
  • Zeitschriften- und Zeitungs-Abos
  • Mitgliedschaften (Fitnessstudio, ADAC, Vereine, Berufsverbände, Gewerkschaft)
  • Spendenorganisationen mit Daueraufträgen

Online-Shops und die Stellen, die man gerne vergisst

  • Amazon, Zalando, Otto und Co.
  • PayPal
  • Apotheken-Apps und Versandapotheken
  • Bonus- und Punktekarten (Payback, Lufthansa Miles & More, IKEA Family)
  • DHL- und Hermes-Konten
  • Hausarzt, Zahnarzt, Tierarzt
  • Optiker, Physiotherapeut
  • Lieferdienste (Lieferando, Rewe, Knuspr)
  • BVG- oder Deutschlandticket-Abo
  • Schule und Kita
  • Hobby-Kontakte (Verein, Sportgruppe, ehrenamtliches Engagement)

Mit einem Nachsendeauftrag bei der Deutschen Post fängst du sechs Monate lang alles ab, was du übersiehst.

Häufige Fehler beim Adresse ändern online

  • Versand- vs. Rechnungsadresse: Manche Shops trennen beide. Wenn du nur eine änderst, geht das nächste Paket trotzdem an die alte Wohnung.
  • Alte Adressen als „Standard" gespeichert: Werden in Apps oft mit einem Klick wieder ausgewählt. Am besten komplett löschen.
  • Account-Updates ohne Übernahme: Manche Webseiten speichern die Adresse pro Bestellung. Eine spätere Änderung im Account ändert nicht automatisch die alten Daten.

Fazit

Die Adressänderung zieht sich oft länger als der eigentliche Umzug. Aber etwas Gutes hat das Ganze: Man macht automatisch ein Audit der (Online-)Dienste und kann sich dabei mal überlegen, ob man statt der Adressänderung einfach eine Accountlöschung durchführt.

Mach dir am besten eine Liste mit allen Stellen, abgehakt nach Bestätigung, dazu der Nachsendeauftrag als Sicherheitsnetz.