
Du hast bestimmt auch schon online nach Umzugskostenrechnern gesucht und bist genauso wenig fündig geworden wie ich. Die Kostenrechner, die man online so findet, berechnen meistens nur Kosten für Umzugskisten, Transporter oder Umzugsunternehmen. Das ist natürlich wichtig, aber bei weitem nicht alles.
Wenn ich also wissen möchte, welches Budget ich brauche für meinen Umzug, und zwar inklusive aller möglichen Kosten, müssen wir da anders rangehen.
Ich werde hier mal die Positionen auflisten, die bei mir aufgelaufen sind und die eventuell auch auf dich zukommen können. So hast du einen besseren Überblick für deine Planung.
Berechnung der Wohnungskosten
Für die Berechnung der Wohnungskosten brauchen wir die Daten der alten und neuen Wohnung. Ich gehe hier der Einfachheit halber einmal von folgenden, recht aktuellen, aber hypothetischen Wohnungsdaten aus:
Alte Wohnung:
- 2 Zimmer auf dem Land
- Kaltmiete: 700,- €
- Nebenkosten (inkl. Heizkosten): 250,- €
- Strom: 75,- €
- Internet: 40,- €
Neue Wohnung:
- 4 Zimmer in der Stadt
- Kaltmiete: 1.500,- €
- Nebenkosten (inkl. Heizkosten): 300,- €
- Strom: 120,- €
- Internet: 40,- €
Die Umzugskosten
Fangen wir mal mit den größten Posten an, die bei jedem Umzug anfallen.
Kaution für die neue Wohnung
Hier darfst du schonmal die dreifache Monatskaltmiete zur Seite legen. Die Mietkaution wird meist zu Beginn des Mietverhältnisses fällig und muss vertraglich geregelt sein.
Für unsere Beispielmiete wären das also 4.500 €.
Doppelkosten für alte und neue Wohnung
Wenn du einen größeren Umzug vor dir hast, wirst du vermutlich auch einen Zeitraum haben, in dem du Mieter von zwei Wohnungen bist. Die alte Wohnung muss noch hergerichtet werden und die neue Wohnung kann nicht gleich zu Beginn des Mietverhältnisses bezogen werden. Bei mir waren das 2 Monate, in denen ich doppelte Wohnungskosten hatte.
- Miete + Nebenkosten
- Strom
- Internet / Telefon
Hier müssen wir also für obiges Beispiel und 2 Monate doppelter Kosten mit einer Summe von 6.050 € rechnen.
Abschlag für die Küche
Ach, die Küche... Ich war irgendwie froh, dass meine alte Küche den Weg in die Entsorgung machen musste. Hätte ich mit einer tollen Einbauküche umziehen wollen, hätte ich wahrscheinlich heute noch keine neue Wohnung.
Bei meiner Wohnungssuche gab es kaum Wohnungen ohne Küche. Entweder wollten die Vormieter einen Abschlag für ihre Küche haben (teilweise bis zu 12.000 €) oder die Vermieter meinten, die Wohnung mit einer Küche ihrer Wahl anzubieten. Na, warum das denn wohl?
Ach ja, das erhöht ja den Wert... Ähm, die Miete... Also, für mich hätte es den Wert einer Wohnung erhöht, wenn ich mir meine Küche selber planen könnte und im Gegenzug weniger Miete zu zahlen hätte.
Mir hat tatsächlich ein Makler erzählt, dass er gar keine Wohnungen mehr ohne neue Einbauküche im Portfolio hat.
Ich hatte tatsächlich Glück. Für die Küche in meiner neuen Wohnung musste ich „nur" 3.000 € zahlen. Aber dafür gehört sie jetzt mir und ich kann damit machen, was ich will. Das wäre nicht der Fall, wenn das so eine Art (Ver)miet(er)küche wäre. Aber, um ehrlich zu sein, ich hätte diese Kosten lieber in eine selbst gewählte Küche investiert.
Ich habe während meiner Wohnungssuche Abschlagssummen zwischen 2.000 € und 12.000 € wahrgenommen. Wenn du Glück hast, findest du vielleicht eine Wohnung ohne Küche und kannst deine eigene Küche mitnehmen. Vielleicht musst du aber auch eine neue kaufen.
Deshalb gehe ich hier mal von Kosten in Höhe von 4.000 € aus, die allerdings wegfallen können, wenn die Küche in die Miete eingepreist ist.

Umzugsunternehmen
Diese Kosten hängen natürlich davon ab, wohin du ziehst und wie groß das Umzugsteam ist. Ich plane hier mal mit 2.500 € für einen mittelgroßen Umzug.
Verpflegungskosten
Bei den bisherigen Summen fallen die Verpflegungskosten für das Umzugsteam schon gar nicht mehr ins Gewicht. Bei meinem Umzug gab es tolle belegte Brötchen, Getränke und abends für jeden eine Pizza. Ich plane hier mal 250 € ein.
Verpackungsmaterial
Also, das Verpackungsmaterial hab ich mir echt was kosten lassen. Ich wollte unbedingt ein Umreifungsset haben für meine Kartons. Dann kamen da noch die Umzugskartons selber, Verpackungsfolien, Luftpolsterfolie, große Tragetaschen, Transportboxen und anderer Kleinkram wie Aufkleber hinzu.
Summa summarum werden das wohl so um die 400 € gewesen sein.
Behördenkosten
Hier fielen bei mir recht wenige Kosten an. Die Bearbeitungsgebühr für das Ummelden des Autos war die einzige Kostenstelle bei den Behörden. Nehmen wir noch die Kosten für den Nachsendeauftrag für die Post mit hinzu, beläuft sich das in etwa auf 60 €.
Individuelle Umzugskosten
Das sind Kosten, die ich hier nur ansprechen möchte, da sie bei meinem Umzug dazu kamen. Da das individuelle Kosten sind, rechne ich sie den Umzugskosten nicht hinzu.
Neuer Router
Als ich mein Internet umgemeldet habe, hab ich mich auch für eine höhere Bandbreite entschieden und erst ganz zum Schluss festgestellt, dass mein bisheriger Router dafür nicht geeignet ist. Da musste dann also ein neuer her.
Neue Möbel und Kleinkram
Ich hatte glücklicherweise die meisten Möbel schon und musste keine großen Möbelkosten einplanen. Dennoch kam auch bei mir noch einiges zusammen:
- Badezimmerausstattung
- neue Gardinen und Gardinenstangen
- eine neue Spülmaschine
Ich weiß von Leuten, die sich ganz neu einrichten. Diese Kosten kannst du aber nur individuell planen und möglicherweise lässt sich für einige dieser Anschaffungen mehr Zeit einplanen, so dass sich diese Kosten auch besser verteilen.
Entsorgungskosten
Ich habe meine alte Küche und noch ein paar andere Möbelstücke am Tag des Umzugs vom Umzugsteam entsorgen lassen. Das war recht praktisch, da ich sie so noch bis zum Schluss nutzen konnte. Das hat aber auch extra gekostet.
Zusätzliche Kosten, die anfallen können
- neue Küche oder Küchengeräte
- Makler für Wohnungssuche
- Halteverbotszone
- Reinigungs- und Renovierungskosten für alte und neue Wohnung
- Baby- / Tiersitter für Umzugstag
- Kosten für einen Keller oder Garage
Ja, tatsächlich habe ich Wohnungsangebote gesehen, bei denen ein Aufschlag auf die Miete für einen Keller verlangt wurde. Bei einigen Neubauwohnungen gab es auch gar keinen Keller dazu. Und das für Mieten ab 2.000 €.
Übersicht
Hier nun alle obigen Zahlen auf einen Blick:
| Kostenposition | Betrag |
|---|---|
| Kaution | 4.500 € |
| Doppelte Wohnungskosten (2 Monate) | 6.050 € |
| Küchenabschlag | 4.000 € |
| Umzugsunternehmen | 2.500 € |
| Verpflegung | 250 € |
| Verpackungsmaterial | 400 € |
| Behördenkosten | 60 € |
| Gesamt | 17.760 € |
Fazit
Und da haben wir sie, die gesamten Umzugskosten. Fast 18.000 €! Und das meiste davon sind Wohnungskosten. Neue Möbel sind da noch gar nicht dabei.
Gut, du kannst da sicherlich auch auf eine kleinere Summe kommen. Das hängt entsprechend von der neuen Miete und auch von der Küchensituation ab. Aber die Kosten können auch noch weitaus höher sein, vor allem wenn die Miete höher ist oder noch Anschaffungen dazu kommen.
Kannst du Freunde für deinen Umzug einplanen, die dir beim Transportieren der Möbel helfen, kannst du die Kosten für ein Umzugsunternehmen einsparen. Dennoch fallen möglicherweise auch dann noch Kosten an wie Transporter, Benzin und Kaution, die man einplanen muss.
Man sieht hier also ganz gut, dass sich die Kosten für einen Umzug ganz schön aufsummieren können. Für mich sticht eine Position besonders hervor: die Wohnungskaution. Da sie an die Miete gekoppelt ist, steigt sie entsprechend mit.
Ich möchte daher mal dazu anregen, eine Obergrenze für die Kaution einzuführen oder sie ganz von der Miete zu entkoppeln. Ein Eimer Farbe kostet schließlich nicht mehr, nur weil die neue Wohnung in einer „Lage mit Potenzial" liegt.
Umzugskostenrechner
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