Umzugsstatistik

2025 war mein Jahr des Umzugs. Im Januar habe ich erfahren, dass ich aus meiner damaligen Wohnung raus muss und im Dezember war ich dann in der neuen Wohnung. Während es für mich das ganze Jahr über nur ein Thema gab, traf dies auf keinen meiner Bekannten und Freunde zu.

Anders sah dies allerdings bei der Wohnungssuche aus. Da war gefühlt ganz Deutschland an der gleichen Wohnung, die mir gefiel, interessiert. Also hab ich mich mal auf die Suche nach konkreten Zahlen gemacht und war echt baff.

Rund 9 Millionen Umzüge pro Jahr

In Deutschland finden jährlich rund 9 Millionen Umzüge statt. Das sind etwa 25.000 pro Tag. Oder anders gesagt, bei 83,5 Millionen Einwohnern (Destatis, Stand: Ende 2025) heißt das:

Also, das ist mal eine Hausnummer! Und wie oft zieht der Deutsche im Leben um? Durchschnittlich kommen Frauen auf 4,6 Umzüge, Männer auf 4,4. Und einige von uns kommen auf wesentlich mehr Umzüge.

Es sind vor allem die Jüngeren: Jeder Zweite, der umzieht, ist zwischen 20 und 39 Jahre alt.

Ein- und Zweipersonen-Haushalte ziehen öfter um als Haushalte, in denen drei oder mehr Personen leben.

Wer zur Miete wohnt, zieht öfter um. Das ist recht logisch.

Selbst machen oder Profis ranholen?

Die große Mehrheit zieht in Eigenregie um. Nur 20% beauftragen ein Umzugsunternehmen. Da hätte ich tatsächlich mit mehr gerechnet. Das liegt sicherlich an Faktoren wie Kosten und Umzugsumfang, schlechten Erfahrungen, vielleicht sogar Misstrauen gegenüber fremden Menschen, wenn es um die eigenen Dinge geht.

In meiner Jugend hab ich die Umzüge auch selber gemacht. Es gab nicht viele Möbel und alles passte in einen kleinen Transporter. Mit ein paar Freunden hat das auch immer Spaß gemacht. Wenn du aber älter wirst und mehr Möbel besitzt, mit Familie umziehst oder dir einfach den Stress nehmen willst, dann macht eine Umzugsfirma total Sinn.

Laut ImmoScout24 würden 91,5% all derjenigen, die ein Umzugsunternehmen schonmal genutzt haben, es auch weiterempfehlen.

Was geht am häufigsten kaputt?

Die Verluste beim Umzug sind ein Kapitel für sich. Am häufigsten geht Elektronik zu Bruch, gefolgt von Spiegeln, Glas und Porzellan sowie Gemälden. Und 45% der Deutschen finden genau diese Schäden mit am nervigsten am ganzen Umzug, noch vor dem Kisten ein- und auspacken (39%) und den Behördengängen (35%).

Ich hatte Glück. Ich hab jetzt zwar 2 Dellen in meinen Schränken, aber das ist zu verschmerzen. Alles andere ist heil geblieben. Ich habe aber zwei Dinge beachtet:

  • Heikle Elektronik, Bilder und selbst wichtige Dokumente werden selbst transportiert
  • Glas und Porzellan wird so verpackt, dass es nicht kaputtgehen kann
Neue Wohnung einrichten

Beim Umzug wird sich neu eingerichtet

31% erfinden sich sogar ganz neu. Ein Umzug ist ein guter Anlass, Altes durch Neuanschaffungen zu ersetzen. Gegebenenfalls hat man auch etwas mehr Platz in der neuen Bleibe und kann sich jetzt endlich diesen tollen Esstisch kaufen.

Was wird bei Umzügen sonst noch so neu gekauft?

  • Möbel
  • Verpackungsmaterial
  • Haushaltsgeräte, wie Geschirrspüler, Kühlschrank oder Waschmaschine
  • komplett neue Küche
  • Werkzeug
  • Unterhaltungselektronik
  • Sicherheitstechnik
  • Geschirr und Besteck
  • Rollos und Gardinen
  • Gartengeräte und Pflanzen
  • Hometrainer
  • Deko

Was sind die größten Herausforderungen bei einem Umzug?

Die Umzugsstudie 2024 von postadress.de ergab die folgenden Herausforderungen, die bei Umzügen generell auftreten können und von den Teilnehmern bewertet wurden:

  • Planung / Organisation, zu wenig Zeit z.B. durch Berufstätigkeit (46%)
  • Packen, Tragen, Ab- und Aufbau von Möbeln (42%)
  • Transport des Umzugsguts (33%)
  • Renovieren, Reparaturen (28%)
  • Finanzierung des Umzugs (27%)
  • private Helfer finden (23%)
  • Ärger mit Umzugsfirma (9%)

Weitere genannte Herausforderungen:

  • Bürokratisches (Vermieterbescheinigung, Ummelden, etc.)
  • Finden eines passenden Umzugsunternehmens
  • rechtzeitiges Funktionieren aller Anschlüsse (Internet, Telefon, Strom, etc.)
  • Kinderbetreuung während des Umzugs
  • Transport von Haustieren
  • Wetter am Umzugstag
  • eigener Gesundheitszustand

Trotz all dieser Herausforderungen bewerten fast drei Viertel der Befragten ihren Umzug als erfolgreich.

Was ist der beste Tag für einen Umzug?

Wenig überraschend: Der beliebteste Umzugstag ist der Samstag, da haben die meisten Helfer frei. Besonders beliebt sind auch die letzten und ersten Tage eines Monats, weil dort Mietverträge starten oder enden.

Die Hochsaison fürs Umziehen liegt in den Monaten Juli, August und September. Der Grund ist naheliegend: weniger Regen, längere Tage und trockenere Kartons. Wer dagegen unter der Woche und außerhalb der Saison umzieht, kann bei Umzugsunternehmen teilweise deutlich sparen. Dienstag und Mittwoch gelten als Geheimtipp.

Noch ein Fun-Fact

Deutsche legen bei ihren Umzügen insgesamt rund 465 Millionen Kilometer pro Jahr zurück. Das entspricht einer Strecke, die 11.578-mal um die Erde reicht. Die durchschnittliche Umzugsentfernung liegt bei rund 44 Kilometern.

Das bedeutet: Die meisten Menschen ziehen gar nicht weit weg. Ganze 67,2% aller Umzüge finden innerhalb desselben Landkreises statt, und 86,6% bleiben im gleichen Bundesland.

Fazit

Umgezogen wird viel in unserem Land. Wenn du also noch auf Wohnungssuche bist, keine Sorge, du wirst eine tolle neue Bleibe für dich finden. Vielleicht ist die Wohnung, die auf dich wartet, nur noch nicht frei. Nutz die Zeit am besten für die Planung deines Umzugs.